
Am Samstagmorgen hätte ich auch einfach länger im Bett bleiben können. Stattdessen stand ich um kurz vor zehn mit dicker Jacke, Kaffee und einer Rolle Müllbeutel unterm Arm draußen in der Kälte. Um mich herum: Menschen aus der Nachbarschaft, die ich oft nur vom Sehen kannte – Kinder mit gelben Fahrradhelmen, eine ältere Nachbarin mit Hund, ein Vater mit Buggy. Alle waren gekommen, um aufzuräumen.
Von Toitenwinkel in viele Orte Mecklenburg-Vorpommerns
Die Idee dazu stammt aus Rostock-Toitenwinkel. Dort haben Engagierte angefangen, ihren Stadtteil aufzuräumen – an Ecken, an denen man sonst nur achtlos vorbeigeht. Daraus ist „Zusammen bewegen macht klar Schiff“ entstanden. Bei der Premiere am 28. März waren schon Gruppen in Gnoien, Ludwigslust, Wismar, Parchim, Rostock und Neustrelitz mit Müllpickern unterwegs. Überall das gleiche Bild: Menschen, die einfach anfangen – und Orte, die danach sichtbar anders aussehen.
Warum klar Schiff machen mehr ist als Aufräumen
Beim Sammeln geht es schnell nicht mehr nur um Müll. Man kommt ins Gespräch, erzählt, was einen im Alltag beschäftigt, und hört, was andere gerade umtreibt. Menschen erleben, dass ihre Perspektive zählt und dass sie vor Ort etwas bewegen können. Demokratie bleibt so nicht abstrakt, sondern wird im Miteinander greifbar – beim Aufräumen, Reden und Planen, wie es weitergehen kann.
Mach mit – ganz einfach vor Ort
Wenn du „Zusammen bewegen macht klar Schiff“ bei dir starten willst, brauchst du nicht viel. Hier findest du unsere Vorlagen und Infos zum Herunterladen. Treffpunkt festlegen, ein paar Leute ansprechen, Termin setzen – das reicht für den Anfang.
Der Rest entsteht unterwegs: Man sammelt, redet, lacht, lernt sich besser kennen. Und am Ende ist der Ort nicht nur sauberer und schöner, sondern es bleibt auch das Gefühl: Wir haben das zusammen hingekriegt.



