Warum das Thema Gesundheit wichtig ist – die Fakten

Ärztemangel in MV

Ein Drittel der rund 1.200 Hausärztinnen und Hausärzte in MV ist über 60 Jahre alt und geht in den nächsten Jahren in Rente. Nachwuchs fehlt.

MV ist das Bundesland mit der ältesten Bevölkerung und gleichzeitig das am dünnsten besiedelte Flächenland Deutschlands. Schon heute sind 29 von 62 hausärztlichen Planungsbereichen von Unterversorgung bedroht. Wer auf dem Dorf lebt, fährt oft über eine Stunde zur nächsten Praxis. Wer kein Auto hat oder nicht mehr selbst fahren kann, bleibt unbehandelt.

Wer versorgt uns?

Die Gesundheitsversorgung in MV wird schon jetzt von Ärztinnen, Ärzten und Pflegekräften aus dem Ausland getragen. In den ostdeutschen Flächenländern lag der Anteil ausländischer Ärztinnen und Ärzte bereits 2020 bei rund 15 Prozent (PDF).

Rechnet man Eingebürgerte hinzu, hat bundesweit fast ein Viertel der Ärzteschaft eine Einwanderungsgeschichte.

In der Pflege ist die Abhängigkeit noch größer: Jede fünfte Pflegekraft in Deutschland kommt aus dem Ausland. Seit 2022 geht das gesamte Beschäftigungswachstum in der Pflege ausschließlich auf ausländisches Personal zurück.

Ohne diese Kolleginnen und Kollegen würde in MV keine Klinik mehr den Betrieb aufrechterhalten können.

Gesundheitliche Ungleichheit

Die Lebenserwartungslücke zwischen armen und wohlhabenden Regionen beträgt in Deutschland bei Männern inzwischen 7,2 Jahre. Sie ist in den letzten zwanzig Jahren gewachsen.

Die Bundeszentrale für politische Bildung spricht von einem engen Zusammenhang zwischen sozialer und gesundheitlicher Lage: Menschen mit wenig Geld sind häufiger krank und haben gleichzeitig den schlechtesten Zugang zu Ärztinnen, Therapieplätzen und Vorsorge. Damit sind Menschen, die es ohnehin schon schwer haben, noch einmal zusätzlich benachteiligt. Das finden wir äußerst ungerecht.

Gesundheitskioske – was in Skandinavien klappt

In Finnland gibt es seit 2009 Gesundheitskioske. Kostenfrei, ohne Termin, in Einkaufszentren. Eine Krankenschwester misst Blutdruck, versorgt kleine Wunden und berät chronisch Kranke – zum Preis von einem Drittel eines normalen Arztbesuchs. Die Universität Tampere hat das Modell wissenschaftlich evaluiert und für wirksam befunden: Gesundheitskioske entlasten Arztpraxen und Notaufnahmen spürbar, die Patientenzufriedenheit ist hoch und das Konzept rechnet sich.

50 Kioske sind in Finnland flächendeckend im Einsatz. Schweden und Norwegen haben das Konzept übernommen. Das sind Länder, in denen die Menschen weit verstreut leben – genau wie bei uns. Deutschland hat 2017 mit ersten Kiosken begonnen. MV bisher nicht.

Pflege in MV

76 von 1.000 Menschen in MV sind bereits pflegebedürftig. Allein zwischen 2019 und 2021 ist die Zahl um fast zwanzig Prozent gestiegen.

Die meisten Pflegebedürftigen wollen so lange wie möglich zuhause bleiben. Dafür braucht es ein gutes Netz aus ambulanter Pflege, Tagespflege und Unterstützung für pflegende Angehörige. Ohne mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen und eine Willkommenskultur, die Fachkräfte hier hält, ist das nicht zu schaffen.

Deshalb:

👉️ Unterschreibe jetzt die Petition!

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